Pheromone Thema im Congress SCCP 2015

Der Wunsch um ein Zaubermittel, das uns die Liebste oder den Liebsten näher bringt, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Bereits im frühen Mittelalter wurden vermeintliche Hexen um die Herstellung von Liebestränken gebeten. Manch einer schwor schon im 15. Jahrhundert auf die aphrodisierende Wirkung der Artischocke. Dabei hat man erst im Jahr 2014 entdeckt, dass wir Menschen unsere ganz eigenen Liebes-Lockstoffe besitzen, nämlich die Pheromone.

Gekauftes Parfüm enthält Pheromone

Der Vergleich hinkt?

Die Wissenschaft kennt schon lange das offene Geheimnis über die Wirkung von Pheromonen bei Insekten und Tieren. Der erste Nachweis für einen Lockstoff bei der Spezies Mensch wurde jedoch erst im Jahr 2014 erbracht, wie die renommierte Tageszeitung „Welt“ in einem Artikel vom 02.05.2014 zu berichten weiß. Unter http://www.welt.de/wissenschaft/article127537455/Wie-wir-unbewusst-Lust-auf-Sex-signalisieren.html kann der Bericht nachgelesen werden. Demnach wiesen chinesische Forscher den chemischen Signalstoff Estratetraenol erstmalig in weiblichem Urin nach. Gegenwärtig wird zudem das im männlichen Samen und in den Achselhöhlen enthaltene Androstadienon auf seine Wirkung beim jeweils anderen Geschlecht untersucht. Sowohl männliche als auch weibliche Testpersonen gaben beim Test an, sie würden keinen Geruch wahrnehmen, und doch zeigten die Ergebnisse ein relativ deutliches Bild. Im Unterbewusstsein muss der Stoff wohl doch eine Rolle spielen.

Bereits zu Beginn der siebziger Jahre wurde übrigens schon einmal ein Test durchgeführt. Eine Telefonzelle wurde mit dem männlichen Lockstoff Androstadienon eingesprüht, sowohl von innen als auch von außen, eine weitere Telefonzelle wurde so belassen, wie sie war. Danach führte man einige Damen zu den Zellen und sie wurden gebeten, in einer der beiden Zellen zu telefonieren. Nur wenige der Frauen wählten die Telefonzelle ohne Pheromone. Die meisten gingen in die präparierte Telefonzelle, und das durchschnittliche Telefonat dauerte in dieser auch wesentlich länger, als im normalen Fernsprech-Häuschen.

Im Tierreich ist dieses Verhalten schon lange bekannt. Zur Paarungszeit stoßen Männlein und Weiblein Lockstoffe auf, um für ihr Gegenüber attraktiv zu erscheinen. So ist die Fortpflanzung in der Welt der Tiere und Insekten gesichert. Auch beim Menschen soll es ähnlich sein. So soll nicht zuletzt ein gutes Aussehen entscheidend auf die Anziehungskraft beim anderen Geschlecht sein, sondern eine Weisheit, die sich über Jahrhunderte bewährt hat: Man muss sich riechen können. Diesem direkten Vergleich kann eine gewisse Logik nicht abgesprochen werden, oder? Kann der Geruch eines Menschen nicht ertragen werden, so stehen auch die Chancen auf ein leidenschaftliches Intermezzo mit ihm eher schlecht.

Pheromone zur Steigerung der Lust?

Auch der Markt hat den Bedarf an Lockmitteln schon vor Jahren entdeckt. Sowohl im Bereich der Lebensmittel als auch in der Kosmetik wird mit dem Inhalt von Pheromonen mit aphrodisierender Wirkung geworben. Es gibt vor allem im Bereich Health & Beauty eine Reihe von Produkten, die vielversprechend klingen, und doch haben sie alle ein Ziel: die Nase.

Der Verbraucher kann sich entscheiden zwischen:

  1. Pheromonen in Parfums, Deodorants oder Rasierwassern
  2. Pheromonen in Waschmitteln und Weichspülern
  3. Pheromonen in Raumsprays / Lufterfrischern
  4. Pheromonen in Massageölen und Gleitmitteln
  5. Pheromone als Konzentrat zum Einreiben der Haut

All diese aromatisierten Düfte stehen im Ruf, das andere Geschlecht zu locken und sexuelle Lust auszulösen. So nutzen vor allem die Damen dieser Welt gerne ein Parfüm, das im Verdacht steht den Mann ihrer Begierde zu reizen, ihn zu erregen und zu stimulieren.

Gerne genommen werden auch Weichspüler für die Bekleidung und auch für die Bettwäsche. So soll die Langeweile und Eintönigkeit endgültig aus dem Schlafzimmer vertrieben werden. Auch um frischen Wind in langjährige Beziehungen zu bringen, werden mit Pheromonen versetzte Produkte gerne genommen. Und was könnte sinnlicher sein als eine romantische Partnermassage, die dann auf dem Gipfel der Leidenschaft ihren Höhepunkt findet?

Es wurde übrigens festgestellt, dass der Kauf von mit Pheromonen versetzten Düften zum Valentinstag deutlich höher ist, als zum Rest des Kalenderjahres.

pheromon-in-flaschePheromone ein Fall fürs Schlafzimmer? Mitnichten!

Es gibt mehr und mehr Stimmen, die behaupten, dass die Verwendung von Parfums und Rasierwassern die Pheromone enthalten, den beruflichen Erfolg beeinflussen. Vor allem Männer geben an, dass sie erfolgreicher bei Geschäftsverhandlungen seien, wenn sie den Lockstoff nach der morgendlichen Rasur auftragen. Dieser Effekt konnte so jedoch nie wissenschaftlich belegt werden. Fakt ist, dass Pheromone nicht auf große Distanzen wahrgenommen werden. Es bedarf dazu einer gewissen Nähe. Psychologisch gesehen ist der Effekt von mehr Erfolg im Job vermutlich darauf zurückzuführen, dass der Träger oder die Trägerin der Pheromone sich selbstsicherer fühlt und dadurch unbewusst selbst zu einer erfolgreicheren Arbeit und besseren Leistungsergebnissen beiträgt.

Wirksamkeit von Pheromonen

Sowohl im Liebesleben als auch im Job gilt, dass es wesentlich mehr Bedarf als einem Liebes-Lockstoff um sein Gegenüber nachhaltig zu beeindrucken. Natürlich bleibt es jedem Selbst überlassen, ob er nun die sprichwörtlich magische Kraft von Pheromonen nutzen möchte oder nicht. Die Palette der angebotenen Artikel ist groß, die Wahl fällt da häufig schwer. Ebenso groß wie das Angebot ist auch der Preis des Lockstoffs. Im Internet finden sich Parfums ab ca. 15 Euro bis hin zu über 200 Euro, Quelle ist http://www.pheromonevip.com/. Glaubt man den jeweiligen Testberichten der Online-Shops, so ist der Erfolg beim anderen Geschlecht mit jedem dieser Mittel garantiert. Und es gibt auch genügend Menschen, die von der Wirkung dieser Angebote überzeugt sind, wie auf http://www.pheromonevip.com/wirken-pheromone-wirklich/ ebenfalls nachzulesen ist. Doch ist es nicht so, dass sich jeder Mensch etwas mehr von einer Partnerschaft erhofft als sexuelle Anziehung die von chemischen Lockstoffen ausgelöst wird? In einer psychologischen Umfrage, was Leute in einer Beziehung vom jeweiligen Partner erwarten gab es folgende Top-Antworten:

  • Treue
  • Ehrlichkeit
  • Vertrauen
  • Nähe

Diese Antworten zeigen deutlich, dass es den Paaren nicht allein auf sexuelle Zufriedenheit ankommt. Darüber hinaus könnte also geschlussfolgert werden, dass glückliche Paare einen Lockstoff wie Pheromone nicht benötigen. Erhalten sie vom Partner die Aufmerksamkeit, die eigentlich jeder Mensch benötigt, so wird der Griff in die Trickkiste mit den Pheromonen gar nicht notwendig sein. Vielmehr trägt gegenseitiges Vertrauen dazu bei, über sexuelle Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen. Und vielleicht entscheidet sich ein Paar gemeinsam, die Wirkung von Pheromonen auszuprobieren. Das Ergebnis könnte überraschen ausfallen, und die Wissenschaft Lügen strafen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

 

Congres 2015 SCCP teilen
Share on Facebook0Share on Google+0